Haltung


Terrarium:

Eine Artgerechte Haltung bedeutet in erster Linie, die erforderlichen Grundbedürfnisse unserer Pfleglinge zu erfüllen, Defizite weitestgehend zu minimieren und sich den Verhältnissen in der Natur möglichst anzunähern.
Bei Halsbandleguanen handelt es sich um streng territoriale Bewohner von steinigen Geröllwüsten, sowie felsigen Gebieten mit mehr oder weniger spärlichem Bewuchs. Diesen Umstand gilt es bei der Haltung zu berücksichtigen. In früheren Jahren galt es oftmals ein Terrarium zu bauen, um es dann mit Reptilien zu besetzen. Dies ist der gänzlich ungeeignetste Weg, denn sobald ein Liebhaber von Halsbandleguanen sich dessen bewusst geworden ist, diese Tiere pflegen zu wollen, wird er als verantwortungsvoller Halter sein Terrarium eben genau diesen Anforderungen gemäß anpassen und versuchen ein Optimum an Haltungsbedingungen umzusetzen.

Die Grundbedürfnisse unserer Tiere zu erfüllen, dementsprechend die artgerechte Unterbringung in heimischen Terrarien möglich werden zu lassen, sollte und muss oberstes Gebot in der Haltung von Halsbandleguanen sein. Diese Art der Haltung reduziert die natürlichen Bedürfnisse und Aktionsradien auf ein wirkliches Minimum dessen, wie es in der freien Natur in ganz anderen Dimensionen verfügbar ist. Fluchtmöglichkeiten, Verstecke, hier und da ein Sprint hinter einem Futtertier her, wechselnde klimatische Bedingungen, Ausweichen vor Artgenossen, alles dies können wir aufgrund der räumlichen Gegebenheiten einfach nicht zur Verfügung stellen. Von daher gebietet es sich von selbst, diese Gedanken in den Bau oder Ausbau eines artgerechten Terrariums mit einfließen zu lassen.

Bild "Menue:GFK.jpg"Einer der wichtigsten Aspekte bei der Haltung von Halsbandleguanen ist die gute Strukturierung und der Ausbau des Terrarium. Die in früheren Jahren oft angebotenen, ohne Struktur ausgestatteten Glaskisten mit ein wenig Bodengrund sollten in der heutigen Zeit, noch nicht einmal als Quarantäneterrarium dienlich sein. Auf dem rechten Bild zu erkennen ist eine GFK Rückwand, die es als fertiges Produkt bei verschiedenen Händlern zu erwerben gibt. Langlebig, jedoch je nach Ausführung nicht unbedingt für Halsbandleguane zu empfehlen, weil gerade dieses Material nicht den nötigen Halt für die Krallen der Tiere gewährleistet. Daher ist es mehr als ratsam, sich in den zahlreichen Internetforen zu informieren, weil diese auf die Haltung der einzelnen Arten abgestimmte Bauanleitungen, die sich an den natürlichen Vorkommen orientieren, erarbeitet haben. Für den Ausbau eines Terrariums für Halsbandleguane haben sich Materialien wie z.B. Styropor, Styrodur, PU-Schaum - in Verbindung mit Fassadenputz, Fliesenkleber und vielen anderen wärmebeständigen Materialien, in Verbindung mit einer harten, aber nicht glatten Oberfläche bezahlt gemacht.

Bild "Menue:Aufzuchtterra.jpg"Links ein Beispiel für eine verbaute Rückwand in einem Aufzuchtterrarium aus Tischlerplatten. Die nicht zu komplexe Struktur, welche aus Styropor, Styrodur sowie PU-Schaum erstellten Rückwand ermöglicht ein einfaches Reinigen der Spalten und Nischen ohne große Schwierigkeiten. Als Beschichtung des Rohkörpers kam Fliesenkleber mit einer sehr guten Kunststoffvergütung zur Anwendung. Die Deckschicht besteht aus einer Schicht Holzleim D3 in Verbindung mit Terrariensand. Nach dem Auftrag ist die gesamte Fläche mit Sand abgedeckt worden und bis zur Durchtrocknung etwa 48 Std. stehen gelassen. Der überschüssige Sand wurde abgefegt, sowie mit dem Staubsauger entfernt. In diesem Terrarium wurden bereits einige Schlüpflinge aufgezogen, ohne dass es zu Schäden an der Beschaffenheit der eingebrachten Rückwand kam.

Bild "Menue:EpoxidSand.jpg"Diese Rückwand auf der rechten Seite unterscheidet sich von der vorherigen in der Materialauswahl. Hier kam statt Styropor das etwas härtere Styrodur zur Verwendung. Die einzelnen Kunstfelsen und Plateaus sind mit Fliesenkleber angebracht, danach mit Feile, Messer und Schmirgelpapier in Form gebracht worden. Bedingt durch die größeren Volumen der Terrarien für erwachsene Tiere, treten bei den hohen Temperaturen auf den einzelnen Plateaus auch weitestgehend höhere Spannungen auf, die es eben mit härterem Material aufzufangen galt.

Bei gleicher Beschichtung mit Fliesenkleber, wurde aber hier statt Holzleim, ein Auftragen von Epoxi-Harz gewählt, welcher mit dem gleichen Sand wie im Aufzuchtterrarium abgestreut wurde. Epoxi aus dem Grund, weil die Krallen der adulten Tiere doch erheblich kraftvoller sind, demnach die vorhandenen Flächen auch eher beschädigen können. Der farbliche Unterschied ist zu der vorherigen Rückwand sehr gut zu erkennen, denn Epoxi färbt die Lehmanteile im Sand dunkel ein. Dies gilt es immer bei einer Gestaltung zu berücksichtigen, ggf. auf einem Probestück vorher auszutesten. Diese Rückwand ist nun säurefest versiegelt und bietet auch scharfen Reinigungsmitteln und Dampfreinigern genügend Wiederstand, vor allem lange Lebensdauer.

Die größte Variable zeigt sich wohl in den Größen der einzelnen Terrarien. Während das Bundesministerium für Ernährung, Landwirschaft und Forst in seinem “Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien” - BMLV - eine Mindestanforderung von 6x4x4 - KRL (Kopf-Rumpf-Länge) für ein Paar Halsbandleguane (grob umrissen - 1/3 Kopf-Rumpf + 2/3 Schwanz bei 30cm Gesamtlänge des Tieres) zugrunde legt, was in Worten nur - 60x40x40cm bedeutet, wird dieses Maß nicht einmal bei der Aufzucht für ein paar wenige Schlüpflinge verwendet. Bisweilen hat es sich bei den verantwortungsbewussten Haltern eingebürgert, eine Größe von 120x60x60cm für ein Pärchen Halsbandleguane nicht zu unterschreiten. Gleichwohl sind auch Terrarien oberhalb der 80cm Höhe nicht sonderlich geeignet, weil jeder Zentimeter zusätzlich an Höhe auch gleichzusetzen ist mit einem “Mehr” an Energieaufwand, damit die Lampenwärme letztlich auch noch den Boden des Terrariums erreicht. Dieser Faktor sollte bei der Haltung keinesfalls unterschätzt werden, zu viele Halter beenden ihr Hobby gerade wegen der anfallenden Kosten, die sich nicht nur auf die Anschaffung, sondern den Unterhalt der Tiere ausdehnt. Bitte vorher überlegen, kalkulieren und erst dann entscheiden. Spontane Entscheidungen rächen sich oftmals bitter - die Leidtragenden sind dann wie immer die Tiere.