Inkubation


Ob die Inkubation - das künstliche Ausbrüten der Reptilieneier - ein Selbstbau in Form eines Aquariums mit schräg aufgebrachter Scheibe ist, oder ein im Handel erhältlicher Brutapparat, dies spielt keine Rolle. Jeder hat seine Vorlieben für gewisse Gerätschaften, demnach möchte ich keine besonders hervorheben. Entscheidend ist das Ergebnis. Bereits zum Zeitpunkt, wenn das Weibchen in die Ablageschale geht, sollte das Substrat für das Bebrüten der Eier in Wasser eingeweicht, sofern es sich um Vermiculite handelt, danach mit einem Handtuch kräftig ausgewrungen, aufgelockert und in die Substratbox eingebracht werden. Das Brutsubstrat muss sich locker und kaum merklich nass anfühlen, damit die Eier bei zu nassem Substrat nicht zu schimmeln beginnen.

In der Inkubation von Reptilieneiern ist wohl fast alles ausprobiert worden, was den verschiedenen Züchtern und Haltern in die Finger gelangt ist. Fragt man jedoch in die Runde einiger Halter bekommt man auch stets die gleichen Antworten, die dann lauten Vermiculit – ein Produkt aus dem Bausektor, respektive der Fertigung von Dämmstoffen.
Die große Gefahr bei Vermiculit ist gebeben, dieses Medium einfach zu nass oder in zu feiner Körnung zu verwenden. Material in der Körnung 1-2 mm wird zusammensacken und leicht verkleben, die darin befindlichen Eier kaum Sauerstoff verarbeiten können, demnach auch leicht faulen. Eine immer wieder auffällig werdende Tatsache ist bei sehr vielen Haltern die zu häufige Nachwässerung des Substrates. Feucht bedeutet nicht nass, daher ist es bei Halsbandleguanen nicht geboten, die Feuchtigkeit im Inkubationsmedium zu hoch zu halten.

Bereits seit geraumer Zeit wird mit vielen alternativen Medien experimentiert – mit guten und sehr guten Erfolgen. Eines mir persönlich sehr interessantes Substrat kommt in der Natur selber vor und nennt sich “Japanische Lehmerde” – kurz Akadama. Bekannt aus der Bonsaipflege, dort als sehr gute Alternative zu schweren Bonsaierden, die bei Übergießen die Tendenz des “Verschlammens” haben. Diese Erde wird in verschiedenen Qualitäten und verschiedenen Größen angeboten. Verfügbar ist die ungebrannte Lehmerde – sowie auch die mir selber sympathischere gebrannte Lehmerde.

Bild "Menue:Akadama-trocken.jpg"Bild "Menue:Akadama-angefeuchtet.jpg"Links ist reines Akadama in trockenem Zustand abgebildet, hingegen auf der rechten Seite bereits durchfeuchtet.
Bei diesem Material erkenne ich bereits durch die Färbung, ob noch genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.
Ein Zuschlag von ca. 10-20% angefeuchtetes Vermiculite hat sich als sehr sinnvoll erwiesen.

Sollten die Reptilieneier während des Brutprozesses leichte Dellen bekommen, dann ist dies ein Hinweis auf zu trockene Inkubation. Eine Tropfenweise Gabe von Wasser ins Innere des Substrates behebt dies relativ schnell innerhalb von einem bis zwei Tagen. Verschimmelte, ganz eingefallene oder aufgeplatzte Eier sind sofort aus dem Inkubator zu entfernen. Bei einer Temperatur - (ich selber inkubiere bei 28,5 - 29°) - von ca. 30°, einer Luftfeuchtigkeit von 70% im Inkubator, das einer 90%igen Luftfeuchtigkeit in den Behältnissen entspricht, sollte nach 50 - 60 Tagen die erste Nasenspitze zu erkennen sein. Mitunter beginnen die Eier kurz vor dem Schlupf zu schwitzen, dies ist aber nicht zwingend notwendig.