Schlupf & Aufzucht


Schlupf:

Sobald die Eier im Inkubator leichte Dellen bekommen, steht dem Schlupf nichts mehr im Wege. Zuerst wird dies mit leichtem Schwitzen auf der Eioberfläche angekündigt. Erkennt man einen leichten Riss an der Eihülle, so ist innerhalb der nächsten 24 Stunden mit dem Schlupf zu rechnen. Es kann durchaus vorkommen, dass die Nasenspitzen aus der Eihülle herausschauen, die Tiere dennoch nicht die Hülle verlassen. Man möge sich davor hüten, den Tieren Schlupfhilfe zu bieten, indem man die Eihülle mechanisch öffnet. Sobald die Schlüpflinge die notwendige Anstrengung hinter sich gebracht haben, die Eihülle zu verlassen, kann man beobachten dass sie sich zuerst in einer Ecke zusammenkauern um aber anschließend die feuchtwarme Umgebung zu erkunden. Durch die Bewegungen in der Brutbox werden die anderen Tiere des Geleges animiert, ihrerseits die Eihülle zu durchstoßen und zu schlüpfen. Sobald ein Tier geschlüpft ist, dauert es meist nicht lange, bis alle anderen auch ihr Ei verlassen.

Bild "Menue:Nr.1.jpg"Wir belassen unsere Schlüpflinge solange im Inkubator, bis der teilweise noch vorhandene Dottersack vollständig aufgezehrt wurde. Dazu setzen wir die geschlüpften Halsbandleguane in eine eigens vorbereitete BraPlast oder Heimchendose, die mit einem feuchten Zewa ausgelegt wurde. So kann der Dottersack erst einmal bei gewohnten Temperaturen aufgezehrt werden, bevor es dann ins Terrarium geht. Dies hilft, Verletzungen oder auch Infektionen zu verhindern und dem vorzubeugen.

Sobald die Schlüpflinge ihren Dottersack aufgezehrt haben, bringen wir sie in ein eigens dafür eingerichtetes Aufzuchtterrarium. Dabei sollten die Jungtiere aber besser mit der Box ins Terrarium transportiert werden, da sie blitzschnell sein können. Das Aufzuchtterrarium unterscheidet sich nicht von dem der adulten Tiere, was die Einrichtung angeht. Lediglich unter den Spots bleiben die Temperaturen etwas geringer. Als Zusatzeinrichtung habe ich Gartenbambus, der an einer Seite wie ein Reisigbesen zusammengebunden wird, immer bei den Jungtieren im Aufzuchtterrarium stehen. Man sieht die Jungtiere daran die Wassertropfen des täglichen Sprühens aufnehmen, sowie dies auch als Deckung zu betrachten.

Aufzucht:

Bereits am ersten Tag nehmen die jungen Halsbandleguane gelegentlich Nahrung zu sich. Es bieten sich helle Futtertiere an, die gierig genommen werden. Vom ersten Tage an ist es ratsam, diese mit Vitaminpräparat zu bestäuben, um den jungen Minileguanen einen guten Start ins Leben zu gewähren. Trinkgelegenheiten durch tägliches Sprühen, sowie über Deckel von Heimchendosen, die mit Wasser aufgefüllt werden. Dieser geringe Wasserstand in den Deckeln, verhindert ein Ertrinken der Tiere. Wir verwenden gerne so genannte Kunststoffgleiter, die man unter Stuhlbeine platziert, damit der Stuhl über Teppich gleitet. Diese sind in verschiedenen Größen erhältlich, spülmaschinenfest und haben eine Randhöhe von gerade einmal 5-10 mm. Die Versorgung der Jungtiere mit Vitaminpräparat, insbesondere auch Vitamin B, darf keinesfalls außer Acht gelassen werden. Mitunter kann man bei unterversorgten Tieren Zitterkrämpfe erleben, die stressbedingt bei den doch noch sehr fragilen Jungtieren u.U. auch tödlich enden können.

Haben wir verschiedene Gelege inkubiert, diese aber fast gleichzeitig oder leicht zeitversetzt zum Schlupf gebracht, gebietet es sich, diese Tiere getrennt nach Schlupf auch aufzuziehen. Zum einen ist gewährleistet, dass nicht Tiere verschiedener Elterntiere vertauscht oder vermischt werden, zum anderen ist die Aufzucht mit kleineren Gruppen weitaus sinnvoller. Nicht nur bei uns, sondern auch bei befreundeten Haltern haben sich Elternnachweise in bebilderter Ausführung als sehr nützlich erwiesen. Der neue Halter des oder der Tiere bekommt sofort einen Eindruck darüber, welcher geografischen Herkunft die Tiere entsprechen oder wie sie letztlich ausschauen werden. Bei der Gelegenheit bedanken wir uns bei allen Haltern, die an der Umsetzung eben dieser Abstammungsnachweise mitgewirkt und sie realisiert haben. Langfristig gesehen, bekommt man einen wunderbaren Eindruck darüber, welche Verbreitung die eigenen Tiere genommen haben. Als netter Nebeneffekt wird die Zucht dieser wunderbaren Tiere etwas transparenter, eine Aufgabe der wir uns gerne stellen und widmen. Wie bereits erwähnt, bietet es sich an, die Gelege getrennt voneinander aufzuziehen, weil auch innerhalb eines Geleges die Differenz in der Größenzunahme, sowie der Rangordnung sehr gravierend sein kann. Liegen auch nur zwei bis drei Wochen Altersunterschied zwischen den Tieren, kann es schon einmal geschehen, das die Artgenossen aufgrund ihrer geringeren Größe als Futtertier angesehen werden. So friedlich wie sie zusammen unter der Wärmelampe liegen, so sehr erinnern sie an kleine Raptoren, wenn es ums Fressen geht. Die Natur schreibt eigene Gebote, denn nur die Stärksten haben eine Chance, im natürlichen Vorkommen zu überleben. Dies lassen sie auch in Gefangenschaft erkennen.

Bild "Menue:Kleine_Sonnenanbeter1.jpg"Die kleinen Sonnenanbeter mit nur einem Ziel, Energie tanken, fressen und wachsen. Dies ist die für meine Begriffe schönste Zeit im Wachstum der Halsbandleguane. Fast täglich ändert sich sie Größe. Bei den Fütterungen wirken sie doch manches Mal recht unbeholfen, jedoch täuscht dies ein wenig über ihr Naturell hinweg. So klein sie wirken, jedoch ist die Energie, die sie freisetzen wenn es darum geht, ein Futtertier zu erhaschen, doch enorm. Auch hier gilt wieder, bei der Fütterung die eingebrachten Grillen, Asseln, Heimchen oder Heuschrecken gut mit Mineralstoffen bestäubt, zum anderen diese nicht auf einer Stelle einzusetzen, sondern ein wenig zu verteilen. Die kleinen Leguane geraten mitunter doch bereits in eine Art Fressrausch und beißen nach allem was sich bewegt, ungeachtet dessen, dass es vielleich